Hochschulwahlen an der Uni Gießen 2012 (1)

Da zu den Hochschwulwahlen im Januar 2012 die „queere Liste“ leider noch nicht antreten wird, haben wir uns dazu entschieden, die Hochschul-Wahlprogramme aller Listen, die zur Wahl des 51.Studierendenparlaments antreten, unter mehreren Gesichtspunkten anzuschauen. Die Wahlen finden vom 18. bis 24. Januar 2012 statt und gleichzeitig zur Studierendenparlamentswahl finden auch Fachschaftsratswahlen statt.

Folgende Punkte sind für uns wichtig: In wie fern werden (1) nicht-heteronormative Identitäten erwähnt, wie wird sprachlich mit geschlechtlichen Identitäten umgegangen (Stichwort (2) Gendern), was steht in den Wahlprogrammen zum Thema (3) Feminismus und Gleichstellung, wie sieht es um die Erwähnung der (4) autonomen Referate, insbesondere des Autonomen Queer-feministischen Frauenreferats und des Autonomen Schwulen-Trans*-Queer-Referats aus, in wie fern wird (5) Rechtsradikalismus erwähnt und welche Forderungen gibt es zur (6) Barrierefreiheit an der Universität. Diese Hauptpunkte werden noch von anderen Forderungen ergänzt, die uns auffallen (7) Sonstiges. Eine Wahlempfehlung wird ebenso wenig stattfinden, wie eine Untersuchung der Wahlprogramme auf weitere Gesichtspunkte.

Falls du keine der Listen als geeignet ansiehst und von deiner Stimme keinen Gebrauch machen würdest, jedoch Hochschulwahlen unterstützen möchtest, könntest du Wahlhelfer_in werden. Dann gibt es hier weitere Informationen dazu.

Für alle die sich ihr eigenes Bild machen wollen: Unter http://www.uni-giessen.de/studi-wahlen/ finden sich Informationen zur Wahl 2012. Hier seht ihr die Wahlprogramme der 9 Hochschullisten, die zur Wahl antreten werden.

Zur Wahl treten folgende Listen an, welche bereits letztes Jahr zur Wahl standen: „Uni Grün“, „Jusos“, „Unsere Uni.“, „Liberale Hochschulgruppe (LHG)“, „Demokratische Linke“, „Die Linke.SDS“. Mit anderem Namen tritt der RCDS an („Die StudentenUnion“).
Neu dabei sind: „Die Demokratie“ und „Projekt Zukunft!“. Mit „Projekt Zukunft!“ treten Personen aus Burschenschaften und Verbindungen, wie z.B. Germania, Unitas Maria Montessori, Alemannia, … zur Wahl an.
Nicht mehr zur Wahl stellen sich im Gegensatz zur letzten Wahl die Listen „Brennpunkt Uni“, „Piraten“, „HSG“, „GAL-APL“, „TILT“ und „DGB HSG“

(1) nicht-heteronormative Identitäten
Wir vertreten nicht-heteronormative Identitäten. Diese wollen wir auch von den Hochschullisten vertreten sehen, die im Studierendenparlament und dem Allgemeinen Studierendenausschuss Entscheidungen fällen. Nur weil wir als autonome Referate Interessen von marginalisierten Studierenden vertreten, heißt dies nicht, dass nicht-autonome Referate und Listen sich um Gleichstellung und Diskriminierungen nicht zu kümmern haben.
(2) Gendern
Sprache schafft Realität. 1. Durch Hervorhebung (beispielsweise durch das Binnen-I (StudentInnen) und explizite Mitbenennung (Studentinnen und Studenten) von Frauen oder 2. „aller“ Identitäten, wie Frauen, Männer und Transgender-Personen, die die Binarität von Geschlecht und/oder „starre“ Geschlechter ablehnen (Mit Hilfe des Gender_Gaps: Student_innen oder Student*innen), kann dem Gesagten oder Geschriebenen darüber Ausdruck verliehen werden, dass nicht nur männliche Personen (Studenten, also das generische Maskulinum) gemeint sind und andere Geschlechter nicht nur „mitgemeint sind“.
(3)Feminismus und Gleichstellung
Wenn man die Vielfalt der Geschlechter ausser Acht lässt, und sich alleine „Männer“ und „Frauen“ anschaut, ist keine Gleichbehandlung erreicht. Alleine im Bezug auf Lohnungleichheiten zeigt sich, dass der Fortschritt nicht automatisch kommt, sondern dass Stagnation und Rückschritt kommen kann, wenn sich die Politik nicht für Gleichbehandlung einsetzt. Dies zeigt z.B. der Global Gender Gap Report. Auch der Sachverhalt, dass „wir“ in einer sexistisch-geprägten Kultur leben, in der Vergewaltigungen und Vergewaltigungsvorwürfte kaum ernst genommen werden und sogar ins Gegenteil gekehrt werden, wird leider zu oft ausgeblendet.
(4) autonomen Referate
Autonome Referate agieren unabhängig von den ASten, die gerade gewählt sind. In Gießen gibt es autonome Referate, die für ihre jeweiligen unterrepräsentierten Gruppen wichtige Arbeit an der Universität leisten.
(5)Rechtsradikalismus
Für uns ist die Arbeit gegen Rechtsradikalismus, Neonazismus, aber auch Homonationalismus und „Alltagsrassismen“ wichtig. Dies nicht erst, seit dem Personen aus rechten Gruppen, wie „Die Freiheit“ versucht haben uns gegenüber Islamophobie und Nationalismus als vereinbar mit Schwulsein zu präsentieren (Das ist es für uns nämlich nicht), oder das Gartenhaus (in dem sich unsere Räume und die des queer-feministischen Frauenreferats befinden) mit einem Hakenkreuz u.a. besprüht wurden.
(6)Barrierefreiheit
Alle – Schwule, Lesben, Queers, Bisexuelle, Trans*-Personen, Intersexuelle, Asexuelle, „Heterosexuelle“, usw. – können Personen mit Behinderung sein. Für uns ist es wichtig, dass Barrierefreiheit im universitären Kontext grundlegend etabliert wird. Wir arbeiten darauf beispielsweise hin, in dem wir in der queeren Ringvorlesung, die wir mitorganisieren, Gebärdensprachdolmetschung anbieten und diese auch (bald) online bereitstellen (entweder mit Gebärdensprachdolmetschung, Untertiteln oder Transkripten) und der Raum, in dem die Vorträge stattfinden ab dem nächsten Semester rollstuhlgerecht sein wird. Dass Barrierefreiheit auch mitunter Geld kostet sollte nicht dazu führen, dass diese wichtige Forderung vernachlässigt wird.
(7)Sonstiges
Verschiedenes Erwähnenswertes.

Weiter zu den untersuchten Wahlprogrammen geht es hier.

Film- und Diskussionsabend „BearCity“

Wir laden euch herzlich zum Film- und Diskussionsabend am 21.12.2011 ein. Zusammen mit dem queer-feministischen Frauenreferat zeigen wir den Film „BearCity“ in englischer Sprache mit Untertiteln. Der Film behandelt das Eintauchen des Protagonisten Tyler in die schwule Bärenszene New Yorks.

Um 19 Uhr startet der Filmabend im Gartenhaus (Eine Wegbeschreibung gibt es unter www.schwulenreferat.blogsport.de/kontakt/) . Danach besteht die Möglichkeit für Diskussion. Im Anschluss werden wir das Jahr mit Hilfe eines Glühweinabends beenden.

Zum Inhalt:
„Sommer in New York. Tyler wagt sein Coming-out als „Chaser“, denn Tyler steht auf Bären. Obwohl er damit bei seinem Freund und Mitbewohner Simon anfänglich auf Unverständnis stößt, wagt er die ersten Schritte in die Szene, wo er schnell Anschluss findet: Brent und Fred, ein wunder“bärig“es Pärchen mit Hang zur Symbiose, Michael, der wegen seines Übergewichts keinen Job findet und zudem noch von seinem Lover verlassen wurde, und Roger, arrogant, keinem Abenteuer abgeneigt und allen festeren Bindungen abhold. Die Irrungen und Wirrungen erreichen ihren Höhepunkt auf dem großen Bären-Party-Wochenende. „Basically, I filmed my life“, sagt Regisseur Doug Langway über seinen ersten Film — und damit ist ihm eine romantische und erotische Komödie gelungen. Er zeichnet seine Figuren intim und liebevoll, mit einem Blick auf die hinter all dem komödienhaften Spaß liegenden Themen wie Körperinszenierungen und schwule Identitäten. Ein wunderbarer Film — nicht nur für Bären!“

Einladung zu Vortrag von Amantine im Rahmen der queeren Ringvorlesung

Amantine wird sich in seinem_ihren Vortrag mit genderspezifischen Aspekten und anti-patriarchalen Kämpfen in den Häuserbewegungen in der BRD und Westberlin auseinandersetzen. Titel des Vortrags lautet: „Gender und Häuserkampf“.
Der Vortrag findet am 19.12.2011, um 19 Uhr, im Margarete-Bieber-Saal (Ludwigstraße 34, Gießen) statt.

Weiter Informationen, wie den Ankündigungstext, finden sich auf www.queere-ringvorlesung.de

Tagung zu Transgender und Intersex in Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft (Dresden)

Gerne weisen wir auf die Fachkonferenz zu Transgender und Intersex in Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft hin, die von 18. bis 20. Januar in Dresden stattfinden wird. Hier wird auch Dr. Nadyne Stritzke einen Vortrag halten. Sie hat den Einführungsvortrag in der queeren Ringvorlesung in Gießen gehalten.

Einen Link zum offiziellen Flyer findet sich hier.

Zur Trans*-Tagung, die in Gießen im Februar stattfinden wird, werden wir sobald wie möglich weitere Informationen zur Verfügung stellen oder Plakate darauf hinweisen. Ein großer Unterschied zwischen den genannten Tagungen/Konferenzen ist, dass die Konferenz in Dresden eine Fachkonferenz ist mit Vorträgen und in einem akademischeren Rahmen. Die Trans*-Tagung in Gießen wird zwar auch den ein oder anderen Vortrag anbieten, aber vorallem wird es Workshops geben und das Zielpublikum ist kein zwingend akademisches, sondern vorallem ein Publikum, dass sich praktisch mit Trans* beschäftigt.

Vortrag von Robin Bauer im Rahmen der queeren Ringvorlesung

Robin Bauer wird sich in seinem Vortrag mit Geschlecht, Sexismus und Feminismus in queerem BDSM (Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism) auseinandersetzen. Der Titel des Vortrags beinhaltet das Zitat „Ich glaube ich mag den Feminismus lieber als er mich mag.“, welches von einer Person stammt, die ihre ambivalente Verortung in der scheinbar konflikthaften Lage zwischen Feminismus und BDSM auf den Punkt bringt. Der Vortrag findet am 05.12.2011, um 19 Uhr, im Margarete-Bieber-Saal (Ludwigstraße 34, Gießen) statt.

Weiter Informationen, wie den Ankündigungstext, finden sich auf www.queere-ringvorlesung.de

12.11.2011 – Ankündigung des dritten Vortrags der queeren Ringvorlesung

Nadine Lantzsch (unter anderem bekannt durch ihre Mitarbeit bei „Die Mädchenmannschaft“ und Mitorganisatorin des Slutwalks in Berlin) wird zum aktuellen Thema der „Slutwalks“ einen Vortrag mit dem Titel „Sind wir nicht alle Schlampen? Wenn sich Queer/Feminismus und Malestream die Hände reichen…“. halten. Die Veranstaltung findet am 21.11.2011 im Margarete-Bieber-Saal (Ludwigstraße 34, Gießen) statt. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr.

Weitere Informationen, auch einen Ankündigungstext, finden sich unter www.queere-ringvorlesung.de

11.11.2011 – Filmabend „Too much Pussy“

Verspätet wollen wir auf den heutigen Filmabend hinweisen:
Zusammen mit dem queer-feministischen Frauenreferat zeigen wir im Gartenhaus (Wegbeschreibung unter „Kontakt“) den Film „Too much pussy! Feminist sluts in the queer x show“.

„Sie sind Aktivistinnen, Künstlerinnen, Schriftstellerinnen, Musikerinnen, Sexarbeiterinnen, Pornostars. Sie leben in Europa und den USA. Sie sind bisexuell, lesbisch, queer und haben unterschiedliche sexuelle (Des)Orientierungen und Genderkonzepte: sieben junge Frauen unternehmen eine chaotische Sex-Performance-Kunst-Tour im Sommer 2009 und landen in den [angesagtesten] Clubs von Paris, Berlin und Stockholm.“